Die Antizyklische-/Profi-Strategie
Erfolgreiche Anleger im Wertpapiergeschäft werden diesen Börsenspruch sicher kennen „Buy on bad news, and sell on good news“. Übersetzt bedeutet dies nichts anderes als „Kaufe bei schlechten Nachrichten und verkaufe, wenn du gute Nachrichten hörst“. Es handelt sich hierbei um die Anlagestrategie der Börsenprofis und wird deshalb auch als antizyklisch bezeichnet, da ihr Kauf- und Verkaufsverhalten nicht mit dem Strom der anderen Anleger einhergeht, sondern gegenläufig ist. Der antizyklische Anleger nutzt seine Erkenntnisse aus der Technischen Analyse und richtet seine Investition auf die aus ihr resultierenden Handelssignale aus. Er ist eindeutig im Vorteil gegenüber den anderen Marktteilnehmern, welche erst ihr Handelsverhalten ändern, wenn die Masse der Marktteilnehmer eine Trendwende erkennt und somit aus ihrer Kaufeinstellung eine Positionierung zum Verkauf der Wertpapiere wird.
Die Investing Theorie
Eine grundlegende Frage dieser Theorie ist es, ob der Anleger in seinem Wertpapierdepot einen Kurzfristigen oder langfristige Investitionserfolg erzielen möchte. Die Anlagedauer ist also für diese Anlagestrategie von großer Bedeutung. Im Mittelpunkt des Investings, steht der Anlageerfolg durch die Ausnutzung des wirtschaftlichen Wachstums von Industriezweigen. Der Anleger positioniert sich also mit dem Kauf von Qualitätsaktien eines Industriezweiges auf ein prognostiziertes Wachstum in einem bestimmten Anlagezeitraum. Er profitiert somit von wirtschaftlichen Innovationen und Wachstumsraten in diesen Segmenten.
In der Anlagepraxis gibt es für diese Anlagestrategie drei unterschiedliche Erfolgsvarianten mit differenzierten Anlegerrisiko und Wertpapier Auswahlmethoden.
„Blue Chips“ : Der Anleger orientiert sich bei der Auswahl seiner Wertpapiere auf die „Blue Chips“. Dieses sind Branchenstandartwerte mit den größten Wachstumsraten. Als „Blue Chips“ werden die ertragsstärksten Wertpapiere und Unternehmen bezeichnet. Ein Grundsatz für diese Auswahl ist die Tatsache, dass ein starkes Unternehmen ein starkes Wertpapier besitzt.
„Top Ten“ : Hierbei werden Wertpapiere mit der höchsten Verzinsung 7nd Dividendenzahlung aus den Leitindizes (z.B. DAX oder STOXX) ausgewählt. Dabei sollte der Anleger beachten, dass er aus der „Top Ten“-Auswahl sein Engagement auf die fünf höchsten Wertpapiere beschränkt und seine Wertpapiere nach einem Jahr verkauft. Dieses garantiert die Gewinnmitnahme durch die Kursbewegung und anfallende Dividendenzahlungen in einem gut zu prognostizierenden Anlagezeitraum.
„Low Five“ : Diese etwas entgegengesetzte Auswahl der Wertpapiere auf die ertragsschwächsten Unternehmen geht von der Annahme aus, dass sie ein strukturelles Tief durchlaufen haben und bei einem beginnenden Wachstum in ihrem Industriezweig ebenso profitieren, wie die bisher ertragsreichsten Unternehmen. Der Inhalt und die Methodik in der Wertpapierauswahl ist gleich den der „Top Ten“.
Die Sechs-Phasen Theorie
Diese Anlagestrategie beruht auf der Theorie, dass sich die Kurse in einer zyklischen Auf-und Abwärtsbewegung befinden. Diese zyklische Erscheinung und die Möglichkeit der zeitlichen Terminierung der Kurswechsel, wird von dieser Anlagestrategie gezielt genutzt. Sie ist ein Vertreter der antizyklischen Anlagestrategie mit konkreten Einsatzpunkten für eine Investition in Wertpapiere. Wie in ihrer Bezeichnung schon zum Ausdruck kommt beruht sie auf der Theorie von 6 sich wiederholenden Phasen in der Kurswertbewegung. Sie beginnt nach einer Baisse ( börsliche Bezeichnung für eine Konjunktur-, Wirtschafts- oder zyklischen Krise z.B. aktuelle Finanzkrise seit August 2007) und startet mit erstem Kurshoch.
Die Mixing oder Diversifikations- Strategie
Entsprechend den vom Anleger selbstgesetzten Anlageschwerpunkten ( Risiko, Rendite, Wertpapierarten), mixt er in seinem Wertpapierdepot unterschiedliche Wertpapiere ( z.B. Aktien, Anleihen, Bundesoblikationen, Rohstoffe etc.). Diese Diversifikation kann ebenso unterschiedliche Branchen oder Länder betreffen und hat eine aktive Risikoverteilung zur Folge. Mit dieser Anlagestrategie minimiert der Anleger sein Risiko in der Wertpapieranlage, ohne jedoch Einschränkungen in der Gesamtwertperformance seines Depots eingehen zu müssen. Es ist jedem Anleger hierbei zu empfehlen, vor einer Geldanlage in diese Anlagestrategie einen Rendite-Check durchzuführen. So kann im vor raus bestimmt werden, wie die Investition auf den Kauf der geplanten Wertpapiere verteilt wird und wie hoch die Gesamtperformance des Depots ausfällt.
Die Stopp-picking oder Schnäppchen-Strategie
Diese Anlagestrategie stellt den Kaufwert eines Wertpapieres in den Mittelpunkt. Hierbei sucht der Anleger gezielt „Turn-arround“ Werte für sein Wertpapierinvestment. Als „Turn-arround“ werden Wertpapiere von Kapitalgesellschaften bezeichnet, welche eine längere Verlustphase durchlaufen haben. Es werden dabei diejenigen Wertpapiere ausgewählt, welche in den vom Anleger angesetzten Anlagezeitraum wesentliche Gewinnchancen besitzen. Für diese Form der Wertpapierauswahl ist die Technische Analyse unerlässlich. Sie unterstütz den Anleger beim Auffinden von Trendwendesignalen dieser Wertpapiere, den eigentlichen „Turn-arround“ ( die Umkehr). Anleger welche diese Anlagestrategie nutzen, sollten überlegt kaufen und ihre Handelsentscheidung den objekiven Kursverläufen der Wertpapiere anpassen.
Das Day-Trading oder Schnell rein - Schnell raus Strategie
Dieses ist die Anlagestrategie der fortgeschrittenen und professionellen Anleger . Sie beschert sehr hohe Gewinne, ist jedoch auch mit einem hohen Spekulationsrisiko verbunden. Im Day Trading werden keine Positionen im Depot gehalten, da die Art der Wertpapiere ( Optionsscheine, Future etc.) stets unter ständiger Beobachtung ihrer Kurswertentwicklung stehen müssen. Das Verlustrisiko dieser Wertpapiere wird durch die hohe Hebelwirkung dieser Derivate hervorgerufen. Jedoch ist diese Form der Wertpapieranlage immer mehr im Trend der Anleger, da sich gerade durch die neu in Kraft getretene Abgeltungssteuer, die einst sehr hohe Steuerlast zugunsten der Day-Trader verändert hat.